Patientenverfügung und Vorsorgeauftrag

Sorgen Sie vor – es ist nie zu früh!

Patientenverfügung Symbolbild: Stimmungsbild mit drei Personen (2 SRK-Mitarbeitende)
Sie wünschen sich, selbstbestimmt durchs Leben zu gehen, den Moment zu geniessen und gleichzeitig ganz bewusst wichtige Entscheidungen selber zu treffen?

Überlegen Sie sich auch manchmal, was morgen sein könnte?
Und ist dabei der Wunsch aufgekommen, selber zu bestimmen, wie ihre gesundheitliche Versorgung bei einer Urteilsunfähigkeit aussieht? Ihr Leben bis zum Ende selbst zu gestalten. Fragen Sie sich, wie Sie sich diesen Wunsch erfüllen können?

Sich mit diesen persönlichen und schwierigen Fragen auseinanderzusetzen und vorausschauend zu handeln ist ein grosser Schritt.

Wenn Sie Ihre Wünsche formulieren und diese gut auffindbar hinterlassen, können Sie Ihren Angehörigen eine grosse Last abnehmen.

Unsere Vorsorgemappe kann Ihnen dabei helfen. Ob Vorsorgeauftrag, Patientenverfügung, Anordnung im Todesfall oder Testament – hier finden Sie die nötigen Informationen, um vorausblickend planen zu können.
Die Vorsorgemappe kann beim SRK Kantonalverband Zug erworben werden und kostet CHF 22.- exkl. Porto. Hier geht es zur Bestellung

Auf Wunsch beraten wir Sie gerne individuell in einem persönlichen Gespräch.

Beratung

Eine Patientenverfügung zu erstellen ist immer auch ein Stück "Selbstgespräch" und "individuelle Wahrnehmung". Nicht alle können solche Entscheide gut alleine fällen. Deshalb gibt es unsere Berater, die sich mit Ihnen über Ihre individuelle Lage, Ihre Wünsche, Ihre Sorgen und Ihre Fragen unterhalten.
Bei dem Beratungsgespräch wird Ihre persönliche Patientenverfügung erstellt.

Auch mit Informationen zum Vorsorgeauftrag können Ihnen unsere Berater zur Seite stehen.

Patientenverfügung

In der Patientenverfügung können Sie schriftlich festhalten, welchen medizinischen Behandlungen und Massnahmen Sie zustimmen oder welche Sie ablehnen, falls Sie nicht mehr selber entscheiden können.

Das Wichtigste in Kürze

  • Urteilsfähige Personen können für sich eine Patientenverfügung erstellen. – Sie halten schriftlich fest, welchen medizinischen Behandlungen und Massnahmen Sie zustimmen und welche Sie ablehnen, sollten Sie nicht mehr selbst entscheiden können.
  • Die Patientenverfügung dient den medizinischen Fachpersonen als Orientierung in schwierigen Entscheidungssituationen. Achten Sie deshalb auf präzise, widerspruchsfreie Formulierungen.
  • Sie können eine Person bestimmen, die sie in medizinischen Fragen vertritt, über Behandlungen entscheidet und Ihre Bedürfnisse durchsetzt. Falls Sie auf eine Vertretung verzichten, setzt das behandelnde Team Ihre Patientenverfügung bestmöglichst um.
  • Die Patientenverfügung können Sie jederzeit komplett oder teilweise ändern oder auch widerrufen, solange Sie urteilsfähig sind.
  • Alle zwei bis drei Jahre sollten Sie Ihre Patientenverfügung überprüfen. Vor allem wenn sich ihre gesundheitliche Situation oder ihre Bedürfnisse verändern.
  • Wenn Sie eine vertretungsberechtigte Person bestimmen, suchen Sie mit ihr das Gespräch, damit diese Ihre Wünsche und Ihren Wille kennt und auch bereit ist sie durchzusetzen.
  • Die rechtsgültige Patientenverfügung benötigt das Datum und Ihre Unterschrift.
  • Hinterlegen Sie Ihre Patientenverfügung gut auffindbar, damit sie schnell gefunden wird. Sie können Ihre Patientenverfügung auch beim Schweizerischen Roten Kreuz kostenpflichtig hinterlegen.
Vorsorgeauftrag

Mit dem Vorsorgeauftrag legen Sie fest, wer für Sie Ihre Rechnungen bezahlt, alltägliche Fragen klärt oder Sie in rechtlichen Fragen vertreten wird, wenn Sie selbst dazu nicht mehr in der Lage sind.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Vorsorgeauftrag umfasst die drei Bereiche Personensorge, Vermögenssorge und Vertretung im Rechtsverkehr. Darin legen Sie fest, welche Person Ihres Vertrauens im Falle einer Urteilsunfähigkeit Ihre Interessen vertreten wird.
  • Falls eine Patientenverfügung vorhanden ist, sollte im Vorsorgeauftrag erwähnt werden, dass sie dem Vorsorgeauftrag vorgeht.
  • Ihre Wünsche und den Inhalt des Vorsorgeauftrags besprechen Sie am besten mit der Person Ihres Vertrauens und mit den Angehörigen.
  • Damit der Vorsorgeauftrag in Kraft tritt, muss die verfassende Person urteilsunfähig sein.
  • Das Gesetz schreibt vor, dass Sie den Vorsorgeauftrag entweder vollständig von Hand schreiben (inkl. Datum, Titel, Unterschrift) oder ihn durch einen Notar öffentlich beurkunden lassen – in diesem Falle verfasst der Notar den Vorsorgeauftrag nach Ihren Angaben.
  • Bewahren Sie den Vorsorgeauftrag an einem einfach auffindbaren Ort auf. Die Behörde wird das Original verlangen.
Hinterlegung der Patientenverfügung

Vor der Hinterlegung wird das ausgedruckte, handschriftlich datierte und unterschriebene Dokument von einer Fachperson formell und inhaltlich auf mögliche Widersprüche geprüft, allenfalls mit Ihnen bereinigt und dann elektronisch hinterlegt. Der Inhalt kann über eine Notfallzentrale 24h am Tag von berechtigten Personen abgerufen werden. Sie erhalten eine Patientenverfügungsausweiskarte, auf der die Notfallnummer verzeichnet ist.

Aktualisierung

Sie werden periodisch dazu aufgefordert, Ihre Patientenverfügung zu aktualisieren. Änderungen sind jederzeit möglich.

Die Aktualisierung einer hinterlegten PV ist kostenpflichtig. Änderungen von Inhalt, Adressen, Datum und Unterschrift kosten CHF 65.-