Einzelhilfe Glückskette

Lichtblick mitten in der Corona-Pandemie

Die durch die Pandemie ausgelöste Krise trifft im März 2020 und in den folgenden Monaten viele Menschen hart. Es sind Selbstständige, denen Aufträge wegbrechen, Menschen, die im Stundenlohn oder auf Abruf arbeiten und Personen in Kurzarbeit.

Betroffen sind insbesondere Arbeitnehmende aus Niedriglohn-Branchen wie Gastronomie oder Detailhandel wie auch
Menschen, welche bereits vor der Krise in der Armut oder an der Armutsgrenze lebten. Schwer betroffen befinden sie sich auf einen Schlag in finanzieller Not und können lebensnotwendige Ausgaben nicht mehr bezahlen. Mit der finanziellen Soforthilfe aus der Glückskette konnte das SRK Zug von April bis Dezember 2020 wertvolle Unterstützung anbieten. Die unkomplizierte Hilfe wurde mittels einem einfachen Antrag sowie minimalen Belegen bezüglich der Armutsbetroffenheit angefragt.
112 Gesuche wurden eingereicht, viele davon von Familien und Alleinerziehende mit Migrationshintergrund. Das SRK Zug unterstützte rund 70 Einzelpersonen und Familien mit über 85‘000 Schweizer Franken mit Einmal- oder Mehrfachbeiträgen. Diese Überbrückungshilfe wurde häufig zur Begleichung von Krankenkassenprämien,
Mietkosten, Gesundheitskosten wie auch für Lebensmittel und Kleidung eingesetzt.
Die Situationen waren sehr vielseitig und vielschichtig. Manche Personen brauchten nur geringfügige Hilfe z.B. für einen Wocheneinkauf, andere waren bereits tief verschuldet.
Unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit, der Sinnhaftigkeit und mit viel Menschlichkeit wurden die Gesuche in Kürze beurteilt und die subsidiären Leistungen ausbezahlt. Dort, wo die Unterstützung des SRK nicht ausreichte, wurden Kontakte zu anderen Instanzen wie z.B. Sozialämter, Sozialberatungen oder Schuldenberatungen hergestellt.

Die Gespräche mit den Hilfesuchenden wurden telefonisch oder bei Bedarf unter Einhaltung von Covid Schutzvorkehrungen in der Geschäftsstelle geführt. In den persönlichen Gesprächen kam die grosse Not und starke Belastung immer wieder zum Ausdruck. Aussagen wie

  •  "wenn wir einmal am Tag warm essen können, gehtes uns gut"
  •  "im Sommer konnten wir uns vom Garten ernähren, jetzt im Winter reicht es trotz Eingemachtem nicht mehr"
  •  "Corona hat mich und meine Familie ruiniert"

zeigen die grossen Auswirkungen der Corona-Krise in aller Deutlichkeit.

Céline Gay, 52, alleinerziehend, 4 Kinder, seit 3 Jahren getrennt und nun wegen Einkommensausfall in Not geraten. Wenn *Céline Gay über ihre Situation spricht, spielen Zahlen eine wichtige Rolle. Finanzsorgen prägen ihren Alltag, seit sie ihren Mann verlassen hat: «Wir waren schon vorher nicht reich, aber mit der Trennung wurde es nicht gerade besser.» Die Unterhaltsbeiträge treffen nicht ein. Ihr Diplom als Kauffrau ist in all den Jahren, in denen sie sich um die Kinder kümmerte, vergilbt. Erst nach einem Jahr Sozialhilfebezug findet sie erstmals wieder eine 40 %-Stelle in einem Warenhaus: «Einen höheren Beschäftigungsgrad konnten sie mir nicht anbieten. Wegen Corona haben sie das Budget gekürzt und mir wurde gekündigt. » Um ihren Unterhalt aufzubessern, führte die alleinerziehende Mutter nebenbei ein kleines Nagelstudio, welches sie jedoch schliessen musste. Bilanz: Es bleibt ihr 80 % des Einkommens einer 40 %-Stelle. Als ihr eine Freundin von der Soforthilfe erzählt, glaubt sie nicht wirklich daran. Dann erhält sie die Zusage vom Roten Kreuz. «Damit konnte ich die Zahnprophylaxe meiner Tochter und zwei Stromrechnungen bezahlen!», sagt sie, bevor sie in Tränen ausbricht. Die Unterstützung verschaffe ihr etwas Luft und Zeit, neue Lösungen zu finden: «Wir leben immer von der Hand in den Mund, da können 1‘000 Franken schon einen Unterschied machen. Sie können gar entscheidend sein. » * Name geändert
Die finanzielle Soforthilfe aus der Glückskette half finanzielle Engpässe von Corona-Betroffenen wie im Falle von Céline Gay, zu überbrücken und schwer betroffenen Menschen in der anspruchsvollen Zeit einen Lichtblick zu schenken. Die Gelder aus der Glückskette-Spendenaktion waren per Ende 2020 aufgebraucht. Derzeit können wir diese Hilfe noch weiter anbieten dank zwei grosszügigen Spenden. Die soziale und wirtschaftliche Krise ist jedoch noch nicht vorbei. Das SRK Zug setzt sich weiterhin für die nachhaltige Hilfe von notleidenden Menschen in unserem Kanton ein.